Selten gab es seine Phase mit so vielen gleichzeitig stattfindenden Krisen.
- Der Angriffskrieg in der Ukraine.
- Der Boykott und die Antwort von Russland.
- Hungersnot in Afrika.
- Die Corona Lockdown-Serie in China.
- Globale Lieferkettenunterbrechungen.
- Explodierende Energiepreise.
- Fehlende Energielieferungen.
- Extrem hohe Inflation.
- Falsche politische Entscheidungen.
- Abhängigkeit von der EU.
- Unfähige Politiker.
- Hoher Verschuldungsgrad der Länder
- Beginnende Eurokrise
- Eventuelle Zahlungsunfähigkeit einiger Eurostaaten.
- v.m.
Diese Liste wäre noch um einiges zu erweitern. Diese Krisen sind jedoch nicht einzeln zu betrachten, sondern können auf die anderen Krisen massive Auswirkungen haben.
Manche der Auswirkungen werden täglich in den diversen Medien kommuniziert.
Aufgrund der bereits vorhandenen Krisen, können und werden neue Krisen entstehen:
Neuauflage der Euro-Krise?
Anfang Juni verkündet EZB-Chefin Christine Lagarde in Amsterdam das lang erwartete Ende
der Anleihenkäufe und stellt endlich eine erste Zinserhöhung für Juli in Aussicht. Die Inflationsrate war im Mai in der Eurozone auf 8,1% gestiegen. Derzeit 8,6% mit steigender Tendenz.
Der Einlagenzins soll von minus 0,5 auf minus 0,25 Prozent angehoben werden und dann im September ein weiteres Mal um voraussichtlich mindestens 0,5 Prozentpunkte. Die EZB ist damit, abgesehen von der Bank of Japan, die letzte Zentralbank, die mit Zinserhöhungen den Kampf gegen die Inflation aufnimmt.
Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen hochverschuldeter Staaten Südeuropas ziehen kräftig an. In Italien sind es zeitweise über 4%, Griechenland liegt knapp darunter, in Spanien waren es zeitweise 3% und in Frankreich fast 2,5%. Noch zu Jahresbeginn lagen die Zinsen, die diese Länder für die Refinanzierung ihrer Anleihen zahlen mussten, teilweise unter 1%.
Experten sehen in den dramatischen Zinsanstiegen ganz klar die Rückkehr der Euro-Krise.
Erinnerungen an das Jahr 2012 werden wach:
Mario Draghi, damals Chef der EZB, verhinderte mit seiner legendären „Whatever it takes“-
Rede und den darauffolgenden Billionen-Programmen zum Ankauf von Staatsanleihen, die die
Zinslast für überschuldete Staaten erträglich hielten, ein mögliches Ende der Währungsgemeinschaft. Durch die zusätzlich erzeugte Nachfrage nach den Schuldpapieren hielt er die Zinslast auch für hochverschuldete Staaten in erträglichen Grenzen.
Heute, zehn Jahre später, haben die Zinsniveaus noch lange nicht die Niveaus von 2012 erreicht. Die Staatsverschuldung der Euro-Länder betrug damals 9.000 Milliarden Euro, heute sind es
wegen der permanenten staatlichen Stützungsprogramme 12.400 Milliarden Euro. Das entspricht fast der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung der Währungsunion.
Seit Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang 2020 haben die Euro-Staaten knapp 2.500 Milliarden Euro an neuen Schulden aufgenommen. Die Bilanzsumme der EZB, die sich seit Ausbruch
der Finanzkrise im dauerhaften Rettungsmodus befindet, hat sich vor allem durch die Anleihekäufe in den vergangenen 10 Jahren fast verfünffacht und liegt nun bei 8.800 Milliarden Euro. Ein Drittel der Staatsverschuldung der Euro-Länder liegt inzwischen bei der Notenbank
Bis zur Sitzung im Juli sollte die EZB wohl ihre konkrete Vorgehensweise präsentieren. Eine grundsätzliche, dauerhafte Lösung kann es dabei alleine durch den Fakt, dass der Euro-Raum
eine Währungs- aber keine Fiskalunion ist, nicht geben. Eine vorübergehende Lösung kann jedoch auch lange funktionieren, wenn es so etwas wie eine gemeinschaftliche Finanz- und Verschuldungspolitik gibt. Die Euro-Zone ist dazu definitiv auf neue, innovative Ideen und Optionen in der Geldpolitik angewiesen.
Aktien
Das erste Halbjahr 2022 war für US-Aktien (gemessen am S&P 500) mit einem Verlust von 20,6 Prozent das schlechteste seit 1970.
Trotz einer Kurskorrektur von mehr als 20 Prozent lassen die für dieses Jahr erwarteten Unternehmensgewinne noch keine Schwäche erkennen. Im Gegenteil. Seit Anfang des Jahres sind die Gewinnschätzungen der Analysten für das Jahr 2022 und die im S&P 500 enthaltenen Unternehmen von 220 Indexpunkten auf 228 gestiegen.
Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es nur sieben Fälle, in denen der Index in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mehr als 20 Prozent verloren hat. Jedes Mal legten Aktien in den folgenden zwölf Monaten deutlich. Im Durchschnitt waren es 31,4 Prozent, jedoch mindestens 22,2 Prozent.
Im Zuge der Pandemie haben viele Technologieunternehmen einen enormen Wachstumsschub erfahren. Extreme Wachstumsraten der Pandemiegewinner wurden fortgeschrieben und die Aktienkurse dieser Unternehmen stiegen auf nicht mehr zu rechtfertigende Niveaus. Diese Übertreibungen haben sich nach Kursrückgängen von 80 Prozent und mehr wieder weitgehend bereinigt. Auch die großen, etablierten Technologiewerte haben im ersten Halbjahr im Durchschnitt gut 30 Prozent verloren, obwohl ihre Gewinne weiter gestiegen sind.
Ein ähnliches Bild ergibt sich für den MSCI World Index, der zu zwei Dritteln aus US-Werten besteht. Hier liegt die Gewinnrendite für das Jahr 2022 sogar bei 6,7 Prozent und damit 4,5 Prozentpunkte
höher als der „Weltzins“ (Durchschnitt von 10-jährigen US-Staatsanleihen und Bundesanleihen).
Im historischen Kontext ist dies ein attraktiver Renditeaufschlag, der auch als Risikoprämie von Aktien bezeichnet wird.
„War es das jetzt oder geht es noch weiter abwärts?“,
„Kommt jetzt der Megacrash, den viele Crash-Experten prophezeien?“ oder „Ist jetzt der schon der richtige Zeitpunkt, um günstig einzusteigen?“
Die Verunsicherung unter den Anlegern ist groß wie nie, was ich nur zu gut verstehen kann, da ja 90% Verluste eingefahren haben. Und beim Blick in die Medien wird Dir diese Unsicherheit nicht genommen, sondern von den zahlreichen Crash-Propheten noch verstärkt.
Jede Krise bietet aber auch Chancen.
In meiner über 30 Jahre andauernden Zeit am Finanzmarkt habe ich einige Erfahrungen sammeln können. Zu oft habe ich schon erlebt, dass niemand mehr daran glaubte, dass es nochmal aufwärts gehen könnte. Und dann kam es doch anders, als die breite Masse glaubte.
Gold:
Während die Welt zurzeit viele politische und wirtschaftliche Veränderungen zu verdauen hat, ist eines über Jahrtausende gleichgeblieben: Gold bleibt ein wichtiger Wertanker, der langfristig seine reale Kaufkraft erhalten hat. Dies wissen vor allem Anleger in der Türkei zu schätzen. Im Juni betrug die Inflation dort 78,6 Prozent. Türkinnen und Türken können heute also nur noch gut die Hälfte von ihrem Geld kaufen wie noch vor einem Jahr.
Dieses „Wertversprechen“ gilt nicht kurzfristig, sondern über längere Zeiträume, vor allem aber in Phasen hoher Inflation.